Verein zur Erhaltung der Westwall-Anlagen (VEWA e.V.)
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Bunkermuseen, Gedenkstätten und Wanderwege in den Westbefestigungen/am Westwall

Wanderwege Karte

Eine solche Übersichtskarte war schon seit Jahren überfällig, aber erst 2020 während der Corona-Krise, unter dem Eindruck von Reise- und Kontaktbeschränkungen, war es an der Zeit mit einer Übersichtskarte zu Bunkermuseen, Gedenkstätten und Wanderwegen, die den Westwall bzw. die Westbefestigungen thematisieren, Möglichkeiten aufzuzeigen, zu wie man auch im eigenen Land Ausflüge und Reisen unternehmen kann.

Nicht zuletzt möchte ich hiermit auch die hiesigen Museen, Museumsbetreiber und Wirtschaft unterstützen, wobei eine Nennung keine Bewertung aber durchaus eine Würdigung der jahrelangen Arbeit darstellt. Bauwerke in Privathand, die nicht öffentlich präsentiert werden, sind nicht erwähnt. Einzelstandorte, wofür mit lokalem Engagement Pflege- und Verkehrssicherungsmaßnahmen mit einer Infotafel realisiert wurden, sollen hiermit ebenfalls gewürdigt und genannt werden. Rückmeldungen, Nachträge oder Bitten auf Streichung arbeite ich gerne ein.

Über die Funktion als ein touristischer Flyer hinaus ist die Karte auch ein Analyseinstrument, das aufzeigt, wo und in welcher räumlicher Verteilung Initiativen zur Thematisierung des Westwalls zu einem besuchbaren Ort in der Landschaft geführt haben. Gerade solche Orte halte ich für wichtige Bausteine einer politisch bildenden Erinnerungslandschaft, die uns allen vor Augen führt, dass Frieden, Demokratie und ein Rechtstaat, und damit verbunden ein Leben in Sicherheit und Wohlstand, nicht selbstverständlich ist. Der Nationalsozialismus, seinen Hass gegenüber Minderheiten und Andersdenkende, das Streben nach der Eroberung von "Lebensraum im Osten" und der daraus folgenden Weltkrieg haben gerade an diesen Orten mit Bunkern und Höckerlinie Spuren hinterlassen, woraus man zum Beispiel den Schluss ziehen darf, dass es sich immer lohnt, wählen zu gehen.

Gegen diesen Hintergrund zeigt die Karte auch, in welchen Bundesländern solche Initiativen vorkommen, wie oft, in welcher Form, und... wo nicht. Jetzt will ich hier nicht dazu aufrufen, überall Bunkermuseen und Westwallwanderwege zu etablieren, weil damit werden immer Gleichgewichte zwischen den Interessen Denkmalschutz, Naturschutz, Verkehrssicherung einerseits, und grob gesagt der Touristik andererseits verschoben, und das kann auch schaden. Es gibt jedoch ein großes Potential, bestehende Wanderwege, die ohnehin an Relikte des Westwalls vorbeiführen, die bislang tunlichst totgeschwiegen, heimlich vermüllt und dann übererdet werden, mit einer vernünftigen Verkehrssicherung und Erklärung aufzuwerten.

Ich will an dieser Stelle auch darauf hinweisen, dass manche lokale Initiativen für einen Erinnerungsort oder einen Wanderweg entweder durch ein fortwährendes Eigentum des Bundes oder einen fehlenden Denkmalschutzstatus schlechter verkehrsgesichert sind und die Aufbereitung deutlich schwieriger ist, letztendlich zum Nachteil für alle. Wenn Denkmalschutz und Politische Bildung staatliche Aufgaben im öffentlichen Interesse sind, mutet es merkwürdig an, wenn von lokalen Initiativen, die diese Aufgaben wahrnehmen, erwartet wird, für die Verkehrssicherung zu haften, und diese Initiativen dadurch entweder scheitern oder in einem juristischen Graubereich agieren müssen. Mehr Beteiligung von Seiten der Länder, wodurch staatliche oder kommunale Akteure in solchen lokalen Initiativen für Erinnerungsorte, Wanderwege oder Musealisierungsprojekte sichtbarer werden, halte ich für hilfreich. Das setzt nebenbei Standards mit positiven Effekten für die zahlreichen musealen Initiativen in privaten Händen, wo mit Herzblut und Engagement viel Arbeit geleistet wird, die aber ohne staatliche Anerkennung und Unterstützung nie so professionell in Kontinuität präsentieren können, wie staatliche Akteure. Vielleicht inspiriert diese Karte nicht nur dazu, Ausflüge zu unternehmen, sondern auch dazu, die Bunkerruine am Wanderweg nicht als "Verkehrssicherungsproblem" zu übererden, sondern mit einem Stahlgeländer zu sichern und mit einer Tafel zu erklären.

Eine hoch aufgelöste PDF-Version der aktuellen Karte zum Download finden Sie hier.

Patrice Wijnands - VEWA e.V.

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