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CAD für die Denkmalpflege: AutoCAD, QCAD oder GStarCAD

Jetzt arbeite ich doch seit über zwei Jahrzehnten mit CAD-Systemen: Mit Microstation und AutoCAD machte ich in den 90-ger Jahren meine erste Schritte um die Untersuchungen und Vermessungen an Relikten des Zweiten Weltkrieges in der Bundesrepublik, in den Niederlanden und Belgien zu dokumentieren. Konnte ich mich mit den damaligen Konzepten von Microstation nie so anfreunden, aber mit den Konzepten hinter AutoCAD und seinen späteren Derivaten legte ich alsbald umfangreiche Bibliotheken aus Regelbauten und Bunkerruinen an. Das Ergebnis wurde so überzeugend, dass die Denkmalschutzbehörden in Baden-Württemberg und im Saarland seitdem die Zeichnungen für ihre Unterschutzstellungen und Denkmalbestände zu den "Westbefestigungen" verwenden.
Ab 2014 musste ich unter Win10 umsteigen auf DraftSight, das wohl aus marktstrategischen Gründen auch in einer kostenlosen Variante gegen Registrierung angeboten wurde. Dafür musste man eine etwas eingeschränkte Funktionalität und etliche Bugs hinnehmen, die über die Jahre nie behoben wurden, obwohl ich die Absturzreports durchaus hinterher schickte. Diese Variante wurde mit 2020 eingestellt.

Als Ersatz habe ich QCAD getestet: Sehr preiswert, eigentlich zu billig, und das entspricht dann leider auch der Funktionalität.

Seit Anfang 2020 bietet das Landes Baden-Württemberg mir eine Lizenz auf AutoCAD. Hier sind Funktionsumfang und GUI natürlich toll, aber ich verstehe nicht, warum AutoDesk ihre Kunden vergrämt mit einem Lizenzmodell, das jedes Mal eine Anmeldung verlangt. Mal eben unterwegs im CAD arbeiten ist dann kompliziert. Zudem, unterwegs im ÖV oder auf der Baustelle nehme ich das große Laptop ungerne mit, da ist mir das 10-Zoll-Gerät lieber, aber für seine 32-Bit-Architektur wird AutoCAD nicht mehr angeboten. 

Seit Dezember 2019 kann ich GStarCAD verwenden und ich bin begeistert. Es hat alles was man in der CAD-Welt erwartet, aber ohne Schnickschnack, performant und dennoch genügsam. Entgegen den Systemvoraussetzungen läuft es sogar einwandfrei auf dem handlichen 10-Zoll 2-GB-RAM Laptop. Was mich außerdem überzeugt:
- Die funktionierende Vektorschnittstelle zu den Formaten WMF und EMF. Das wurde bislang in allen "Vorgängern" stiefmütterlich behandelt, aber für eine Integration von maßstabslosen Vektorzeichnungen in Datenbanken und Office-Produkten unschlagbar.
- Die klare GUI, sehr ähnlich zu AutoCAD, aber eigens nochmal gut durchdacht.
- Der sehr schnelle und korrekt arbeitende Schraffureditor. (Ich bin da eher Kummer und oft vorkommende Mehrarbeit gewohnt.)
- Endlich ein CAD mit Rechtschreibprüfung!

- Dynamische Eingaben direkt neben dem entstehenden Objekt:

Dynamische Eingabe

- Funktionierende Hilfslinien in der Spurverfolgung, die auch für nicht rechtwinklige Geometrien und für mehrere Punkte zugleich funktionieren.

- Spurverfolgung orthogonal, auch außerhalb der orthogonalen Achsen:

Spurverfolgung orthogonal, auch unter 45 Grad

- Ein mitschwebender Tooltip beim Zeichnen von Linien, der aktuelle Länge und Winkel angibt.

- Ein Blockeditor, der alle andere Geometrie ausblendet.

- Der sehr schnelle Support und aktiv geführte Kundendialog. Ich arbeite selbst in einem Supportteam und weiß nur allzugut was Reaktions- und Lösungszeiten sind, aber an diese KollegInnen nehme ich mir für meinen Job ein Beispiel.

Patrice Wijnands - VEWA e.V.

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