Willkommen beim VEWA e.V.
Verein zur Erhaltung der Westwall-Anlagen
Der Verein für Denkmal- und Naturschutz am Westwall
In der BAMA liegen sogenannte „Abrechnungszeichnungen“ von Bunkern der Neckar-Enz-Stellung aus den Abschnitten Ja (Jagstfeld) und Ko (Kochendorf). Viele dieser Bauwerke existieren heute nicht mehr oder sind nicht mehr zugänglich. Die Zeichnungen bieten jedoch nicht nur einen Einblick in die typologische Formenvielfalt des Befestigungsbaus im Übergang von der Reichswehr zur Wehrmacht, sondern auch in den mitunter nahezu künstlerischen Anspruch der damaligen Zeichner.
Die Neckar-Enz-Stellung ist die älteste „Bunkerlinie“ in der heutigen Bundesrepublik. Sie entstand in einer Phase, in der das Deutsche Reich seine militärischen Fähigkeiten für kommende Eroberungskriege noch aufbaute und bestehende Verteidigungskonzepte der Weimarer Republik baulich umsetzte.
Diese Bauwerke sind Teil des Kulturdenkmals „Westbefestigungen“ und somit denkmalgeschützt. Umso wichtiger ist es, für sie aussagekräftiges Dokumentationsmaterial anzulegen, in dem Grundriss, Typologie, Geschichte und heutiger Zustand zusammengefasst werden. Diese Daten fließen in die Denkmaldatenbanken ein und können bei Interessenkonflikten mit anderen Belangen angemessen berücksichtigt werden. Dies ist ein wesentlicher Beitrag zum dauerhaften Erhalt.
Ein wichtiger Schritt ist die Digitalisierung der Grundrisse in ein CAD-fähiges Format, um sie in vereinfachter und verständlicher Form darzustellen. Wer hierbei mitarbeiten möchte, kann sich gerne bei mir melden. Auf Anfrage stelle ich auch einzelne Zeichnungen zur Verfügung.
Wer sich mit Luftschutzanlagen befassen möchte: Im MARCHIVUM befinden sich zahlreiche Pläne der Mannheimer Hochbunker und LS-Räume, viele davon bereits digitalisiert. Auch hier ist die Erstellung verständlicher CAD-Pläne mit Darstellung des aktuellen Zustands ein wichtiger Beitrag zur Dokumentation und zum langfristigen Erhalt.
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Patrice Wijnands - VEWA e.V.
Eine Maximierung der Schließzeiten an Stollen- und Bunkeranlagen liegt im Interesse aller Beteiligten. In der Praxis zeigt sich jedoch zunehmend, dass bestehende Sicherungsmaßnahmen an solchen Bauwerken – insbesondere Gitter, Gittertüren, Fledermaustore und Betonplomben – verstärkt Ziel von Einbrüchen und Vandalismus werden.
Betroffen sind insbesondere erhaltene Anlagen, die aus Gründen der Verkehrssicherung mit folgenden Maßnahmen gesichert wurden:
In den letzten Jahren häufen sich dabei folgende Schadensbilder:
Solche Beschädigungen führen regelmäßig zu einem monatelangen Ausfall der Sicherungswirkung, da Zuständigkeiten geklärt, Mittel bereitgestellt und Reparaturen organisiert werden müssen. In dieser Zeit besteht unkontrollierter Zugang zu den Anlagen.
Dies hat mehrere problematische Konsequenzen:
Diese Praxis ist weder aus Sicht der Verkehrssicherung noch des Denkmal- oder Naturschutzes sinnvoll. Der VEWA e. V. verurteilt entsprechende Eingriffe ausdrücklich als Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch.
Die bislang verbreitete Strategie der „maximalen Widerstandsfähigkeit“ erweist sich zunehmend als ungeeignet:
Statt maximal widerstandsfähiger Sicherungen wird vorgeschlagen, Sicherungsmaßnahmen rational angemessen auszulegen. Ziel ist es, eine schnelle, kostengünstige und unbürokratische Wiederherstellung der Sicherungsfunktion zu ermöglichen.
Mögliche Maßnahmen sind:
Ziel dieser Strategie ist es,
Eine Abkehr von maximaler Widerstandsfähigkeit hin zu rationaler Angemessenheit stellt aus fachlicher Sicht einen praktikablen, wirtschaftlichen und sicherheitsrelevanten Ansatz dar.
Patrice Wijnands - VEWA e.V.
Wenn denkmalgeschützte Reste eines Westwallbunkers warum auch immer entfernt werden müssen, ist eine Infotafel eine oft angewandte Auflage. Die trägt dazu bei, dass das Thema "Westwall" und seine Verflechtung mit der NS-Ideologie besser bekannt wird und NS-Propagandamythen hinterfragt werden.
Ort: Landesgartenschaugelände, Neuenburg am Rhein, seit 2022.
Patrice Wijnands - VEWA e.V.
Am Tag des offenen Denkmals 2025 wurden in 12 Führungen 353 BesucherInnen durch den Hochbunker bzw. Zivilschutzanlage Irisweg in Karlsruhe geführt.

Wer den Bunker besuchen möchte, schreibt bitte ins Kontaktformular.
Patrice Wijnands - VEWA e.V.
| Welche Möglichkeiten gibt es, um Bunker oder Bunkerruinen zu sichern, und welche Vor- und Nachteile haben diese? |
| Maßnahme | Nachteile | Vorteile | Anmerkungen | Beurteilung |
| (Total-oder Teil-) Abbruch/Zerkleinerung und Übererdung |
Teuer Totalverlust |
Letztendlich nachhaltig im Sinne der Verkehrssicherung (aber nur dafür). | Bis in den 90-ger Jahren das favorisierte Instrument zur Verkehrssicherung, seitdem nur noch in Ausnahmefällen wenn wirtschaftliche, politische oder private Argumente überwiegen. |
o |
| Übererdung | - Historische Bausubstanz unsichtbar. - Verlust des (Trittstein-) Biotops. - Verlust von Identität stiftendes Landschaftselement. - Nicht nachhaltig und nicht sicher, weil auf Dauer einspülend, wodurch Armierungseisen herausstehen, und Löcher und Spalten entstehen. - Kann versteckte letale Gefahren entwickeln. - Kann hohe Folgekosten nach sich ziehen, wenn nachträglich und wiederholt "saniert". |
Billig, aber nur für ~ein Jahrzehnt. | Hunderte übererdete Ruinen sind sowohl für die BImA (in NRW, Saarland, BaWü) als auch für die Stiftung "Grüner Wall im Westen – Mahnmal ehemaliger Westwall" (RLP) ein wachsendes Problem, weil diese im Stillen "versteckte Gefahren" entwickeln. | o o o |
| Stabgitterzaun/(Doppel-)Stabmattenzaun | Teuer | Sehr sicher, haltbar und rechtssicher. | Eignet sich für Ruinen innerhalb Ortschaften oder bis in ~500m Entfernung der Bebauung. Da es solche Ruinen nur noch wenig gibt, kommt diese Maßnahme nur wenig vor. |
o |
| Maschendrahtzaun | - Teuer - Nur bedingt haltbar gegen Sturmbruch und Vandalismus. - Braucht regelmäßiges Monitoring. - Braucht wiederkehrende Reparaturen. - Oft im Kombination mit Stacheldraht, der erheblich zu den Gefahren beiträgt, wenn der Zaun altert und teilweise niederliegt. |
- Sicher und (angenommen) rechtssicher, wenn regelmäßig und nachweisbar geprüft und repariert. | Wurde in den 70-/80-ger Jahren und in der Periode 2004-2014 als Alternative zu Abbruch oder Übererdung angewandt. In der Nähe von Ortschaften und Wanderwegen oft der Status quo und damit nicht per se falsch. Im Wald und an abseits gelegenen Standorten jedoch wenig sinnvoll, weil Defekte sehr wahrscheinlich auftreten und lange nicht bemerkt werden. Wird heute nur in Ausnahmefällen neu gebaut. |
o o o |
| Wildzaun/Knotengeflechtzaun/Knotengitterzaun (Metall, ~200 cm hoch) |
- Das Knotengeflecht (Wickelknoten) kann für kleinere Fellträger, wie Marder, Eichhörnchen oder Wildkatze(njunge) gefährlich sein, wenn sich deren Fell (z.B. an der Sehne) darin verheddert. Dieses Risiko lässt sich verringern, wenn die Zäune "auf dem Kopf" aufgehängt werden, damit die Maschen unten größer sind. - Leicht zerstörbar. - Wahrscheinlich wenig rechtssicher. |
- Billig |
Kommt in NRW und im Saarland öfters vor, also dort, wo viele Ruinen keinen Schutzstatus haben. Kann jedoch im Forstbereich ein Kompromiss sein, wenn keine andere Maßnahmen infrage kommen. | o o o |
| Niedriger Wildzaun Knotengeflechtzaun/Knotengitterzaun/Schafsweidezaun (Metall, ~120 cm hoch) |
- Das Knotengeflecht führt zum gleichen Risiko wie beim Wildzaun. |
- Billig |
Kommt im Bereich des Regierungspräsidiums Karlsruhe vor, worin bis in den 90-ger Jahren das Bundesvermögensamt Karlsruhe aktiv war. Kann im Forstbereich ein Kompromiss sein, wenn keine andere Maßnahmen infrage kommen. |
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| Warnschild | Auffällig und anziehend. | Billig | Sorgt scheinbar für eine vermeintliche Rechtssicherheit im Saarland und im Bereich des Regierungspräsidiums Karlsruhe, ist jedoch in der Praxis keine "Verkehrssicherung". | o o o |
| Fledermaustor/Vergitterung/Gittertür | - Teuer - Braucht Monitoring. |
- Sicher und rechtssicher. - Anfällig für Vandalismus und teuer in der Reparatur |
Wird vor allem für die Eingänge zu "Minierten Anlagen" (Pfalz), Hohlganganlagen, Luftschutzanlagen und für erhaltene Bunker (Saarland) angewandt. Vandalismus ist immer inakzeptabel und von Fledermauswinterquartieren erst recht. Dennoch kann es vorbeugend wirken, wenn ein Ansprechpartner/Schlüsselinhaber kenntlich ist oder im Sommer das Tor zu manchen einsam gelegenen Anlagen nicht verschlossen wird. |
o o o |
| Maßnahme | Nachteile | Vorteile | Anmerkungen | Beurteilung |
| Halboffene Zäune aller Art | - Weiterhin teuer und nur bedingt haltbar wegen Windbruch, aber in reduzierter Form. - Wenn schon alternativ, dennoch wenig ästhetisch. |
- Billiger und haltbarer als geschlossene Zäune. - Führt zu einer verlässlichen Abschirmung zwischen Weg und Ruine, hält auch Kinder auf, lässt aber den Zugang für Erwachsene und Wildtiere von der Rückseite zu. - Bietet eine verlässliche Form einer abgestuften Sicherung vor versteckten Gefahren. |
Kommt in experimenteller Form als niedriger, halboffener Maschendrahtzaun bei Karlsruhe vor und erfüllt seit 2015 seinen Zweck hervorragend. | o o o |
| Holzgatter/-Geländer |
- Teuer |
- Natürliches Material, kein Einbringen von ortsfremden Materialien. |
Wurde in Versuchsprojekten 2012-2015 angewandt, aber seitdem nicht mehr. | o o o |
| Stahlgeländer (verzinkt, Vierkantstahl) | - Teuer - Wirkt anziehend - Nach Sturmbruch schwer zu reparieren - Wurde oft an Bauwerke selbst angebracht und verändert deren Aussehen erheblich. |
- Wenn Baumpflege erfolgt, sehr nachhaltig, haltbar und langlebig. - Sichere und rechtssichere Absturzsicherung. |
Eine Standardmaßnahme für Verkehrsbauwerke, die von der BImA besonders auf erhaltene Bunker als Absturzsicherung angewandt wurde. | o o o |
| Stahlgeländer (rostbraun, Rundstahl, modular, auf Betonfundamenten außerhalb) | - Teuer | - Nachhaltig, sehr haltbar und langlebig. - Einigermaßen reparabel. - Macht auf eine versteckte Gefahr aufmerksam oder trennt das sichere von dem unsicheren Terrain. - Führt zu einer verlässlichen Abschirmung zwischen Weg und Ruine, (jedoch nicht gegen ein "unterdurch schlüpfen"), lässt aber den Zugang für Mensch und Tier zu. - Ästhetisch ansprechend, passend zum Denkmalcharakter. |
Die Standardmaßnahme der Stiftung "Grüner Wall im Westen – Mahnmal ehemaliger Westwall" in RLP, die dort mit Erfolg sehr oft angewandt wird. Diese werden bewusst nur zur Abschirmung angewandt und nicht als Absturzsicherung. | o o o |
| Erklärendes Warnschild | - Wenn ungeschickt platziert, kann es anziehend wirken. | - Klärt auf zu Gefahren und stellt Verbote klar, die aus Denkmal- und Naturschutz hervorgehen. | Eine Standardmaßnahme der Stiftung "Grüner Wall im Westen – Mahnmal ehemaliger Westwall" in RLP, in der Regel zusätzlich zum Stahlgeländer. | o o o |
| Baustahlmatten | - Eine feste Anbringung ist nicht immer möglich. - Nicht immer immun vor Vandalismus. - Braucht Monitoring. - Schwer sichtbar und glatt, wenn waagerecht angebracht und über die Zeit von Blättern verdeckt. |
- Bietet eine gute und nachhaltige Sicherung von Spalten und Löchern. |
Eine Standardmaßnahme der Stiftung "Grüner Wall im Westen – Mahnmal ehemaliger Westwall" in RLP, oft zusätzlich zum Stahlgeländer. Es hat sich bewährt, mehrere Matten versetzt übereinander zu legen, ggf. mit unterschiedlichen Rastermaßen. | o o o |
| Stahlseile/Drahtseile (dünn) | - Muss deutlich platziert sein, sonst könnte das Seil übersehen werden. - Wahrscheinlich wenig rechtssicher. - Nicht geeignet zur Absicherung von ernsthaften Gefahrenstellen. |
- Billig und haltbar. |
Kommt im Museumsbereich öfters vor. | o o o |
| Stahlseile (sehr dick) |
- Nicht denkmalgerecht. |
- Sehr haltbar und praktisch unzerstörbar. |
Wurde 2016 von der BImA experimentell für einen Geschützbunker in der Hardtwaldbatterie angebracht, der seitdem wie ein Boxring aussieht. | o o o |